Verlagssitz Abtei Mariawald

Abtei Mariawald

 

Mariawald ist seit über 500 Jahren ein Ort des Gebets. Die Wurzeln unseres Klosters reichen zurück bis in die Zeit um das Jahr 1470. Damals erwarb der Heimbacher Strohdachdecker Henrich Fluitter in Köln ein Gnadenbild, das er an der Wegkreuzung am Bersched auf dem Kermeter in einer Hütte zur Verehrung aufstellte. Er selbst errichtete sich eine Einsiedelei, in der er bis zu seinem Tod lebte und das Gnadenbild und die stetig zunehmende Zahl von Pilgern betreute.

 

Pfarrer Daum von Heimbach, der die Betreuung des Gnadenbildes übernommen hatte, errichtete im Jahr 1479 ein hölzerne Kapelle und veranstaltete an jedem Samstag eine Prozession zum Gnadenbild. Da die Zahl der Pilger und damit auch der Aufwand für deren seelsorgerische Betreuung weiter stetig wuchs, bat Pfarrer Daum die Zisterzienser von Bottenbroich um Hilfe. Mit Urkunde vom 10. November 1480 schenkte er die Kapelle dem Zisterzienserkloster von Bottenbroich. Die Mönche verpflichteten sich, die Betreuung der Pilger zu übernehmen und ein Kloster zu errichten.

 

Am 4. April 1486 waren die notwendigsten Bauten errichtet und die ersten Mönche konnten unter der Leitung von Prior Johannes vom Goch das Kloster beziehen und das regulare Leben auf dem Kermeter beginnen, sodass dieser Tag das eigentliche Gründungsdatum der Abtei Mariawald ist. Die Neugründung erhielt den Namen Nemus Mariae - Wald Mariens.

 

Über 300 Jahre lebten die Mönche im Zisterzienserpriorat Mariawald und betreuten die Wallfahrt zur Schmerzensmutter. Zahlreiche Votivgaben zierten den Altar mit dem Schmerzensbild. Das Kloster wurde weiter auf- und ausgebaut. An besonderen Kunstgegenständen sind vor allem der Schnitzaltar zu nennen, in dessen Mitte das Schmerzensbild seinen Platz fand als auch prächtige bunte Glasfenster in Kirche, Kreuzgang und Kapitelsaal.

 

Ihren ersten großen Einschnitt erfuhr die Geschichte des Klosters Mariawald am 2. April 1795 als die französische Revolutionsregierung das Kloster aufhob. Der Klosterbesitz wurde versteigert oder einfach geplündert. Darunter auch die wertvollen Glasfenster. Der Schnitzaltar und das Gnadenbild konnten gerettet werden, indem sie 1804 in feierlicher Prozession in die Pfarrkirche von Heimbach überführt wurden. Die Klostergebäude wechselten mehrfach den Besitzer und verfielen schließlich ganz.

 

Nachdem das monastische Leben in Mariawald über 60 Jahre geruht hatte, machte Ephrem van der Meulen, Abt der Trappistenabtei Oelenberg im Elsass 1860 einen Neuanfang. Er war auf der Suche nach einem passenden Gelände für eine Klosterneugründung und entdeckte das verfallene ehemalige Zisterzienserkloster Mariawald. Er kaufte das Klostergut und veranlasste den Wiederaufbau. Am 24. Februar 1861 kamen die ersten Brüder aus Oelenberg nach Mariawald.

 

Die Neugründung hatte jedoch nur wenige Jahre bestand. Bereits am 10. August 1875 wurde das Kloster durch die Kulturkampfgesetze aufgehoben. Enteignet werden konnte das Klostergut aber nicht, da als Eigentümer immer noch Abt van der Meulen eingetragen war. Wiederum stand das Kloster leer, diesmal zwölf Jahre lang, bis die Mönche am 18. Oktober 1887 nach Beendigung des Kulturkampfes das regulare Leben in Mariawald wieder aufnehmen konnten.

 

Nachdem die ersten Schwierigkeiten überstanden waren, gedieh das Kloster. Am 29. September 1909 wurde Mariawald zur Abtei erhoben. Während des Ersten Weltkrieges erlitt Mariawald schwere personelle Verluste, da nicht wenige Mönche zum Kriegsdienst herangezogen wurden. Das Kloster selbst blieb jedoch weitgehend verschont. Anders im Zweiten Weltkrieg. Bereits die Kriegsvorbereitungen bekamen die Mönche zu spüren. 1938 wurde Teile des Klosters zur Unterbringung der Arbeiter zum Bau des Westwalls beschlagnahmt. Drei Jahre später, am 21. Juni 1941 wurde die Abtei aufgelöst und die Mönche teils vertrieben und teils zum Kriegsdienst eingezogen. Einige Brüder blieben als Arbeiter in der Landwirtschaft auf dem Klostergelände. Zunächst wurden in Mariawald Waisenkinder untergebracht. Als die Westfront näher rückte, diente das aufgehobene Kloster als Feldlazarett. Gegen Ende des Krieges war das Kloster durch Angriffe der Alliierten bereits zu großen Teilen zerstört. Vor ihrem Abzug sprengten die deutschen Truppen den Dachreiter.

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